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Dr. Ruth Contreras (Vorsitzende)
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Mag. Dr. Traude Litzka (Schriftführerin)

Jan Korbelik (Schriftf. Stellvertreter)

Andreas Peham (Kassier)

Dr. Victoria Lunzer (Kassierin Stellvertreterin)

Prof. Dr. Edward S. Beck (Ehrenpräsident)
Steering Committee Coordinator and Editor IGRFCAFI Big Tent News of the International Grassroots Faculty for Academic Freedom and Integrity Retired Counselor and Psychologist Educator, Walden and Penn State Universities

Notwendigkeit der Kritik von Antizionismus und Islamischen Extremismus

Seit über zehn Jahren scheint in großen Teilen des Nahen Osten die Welt vollends aus den Fugen zu geraten. Revolutionen, Bürgerkriege, Militärinterventionen, Militärregime, konfessionelle Gewalt, Terrorismus, Flüchtlingsbewegungen und brutale Menschenrechtsverletzungen scheinen die Menschen in den Brennpunkten von Gewalt und Chaos nicht mehr loszulassen.

Nach Ansicht nicht weniger Kommentatoren, Aktivisten und selbst Mitarbeiter akademischer Einrichtungen sollen die USA und Israel die Hauptverantwortlichen für die katastrophalen Ereignisse der letzten Jahre sein. Der Vorwurf lautet: Israel und die USA würden zum eigenen Profit eine hegemoniale Strategie verfolgen, Menschenrechte brutal missachten und selbst Terrorismus fördern. 

Ein deutlicher Ausdruck dieser antizionistischen Bewegung ist die internationale Israel-Boykott Bewegung BDS, welche u.a. den Boykott israelischer Waren, akademischer Einrichtungen und Künstler fordert. Der Staat Israel und seine Staatsbürger sollen weltweit stigmatisiert und zum Weltfeind stilisiert werden. Es gibt kaum ein anderes Land auf der Welt dessen Geschichte in der Öffentlichkeit mutwillig und systematisch derart verfälscht wurde und wird, wie dies bei Israel der Fall ist. Während historisch betrachtet in den letzten Jahrzehnten dutzende Konflikte auf der Welt weitaus  dramatischere Konsequenzen zeitigten, wird allein Israel bzw. der sog. Nah-Ost Konflikt zum Hort der Misere stilisiert.

Als das Baath-Regime im Irak 1986 - 1989  50.000 - 100.000 Kurden und Assyrer ermordete war kein Laut von der internationalen Staatengemeinschaft und Zivilgesellschaft zu hören, als Israel zur gleichen Zeit mit der Intifada konfrontiert wurde, der 1987 - 1993 über 2.000 Palästinenser zum Opfer fielen (nach Angaben von The Palestinian Human Rights Monitor sollen davon 1.000 Palästinenser Opfer von innerpalästinensischer Gewalt, "Intrafada", gewesen sein), fanden in Europa und der arabischen Welt unzählige Solidaritätsaktionen und weltweit Terroranschläge auf israelische und jüdische Einrichtungen statt, während gleichzeitig UN-Organe Israels Vorgehen verurteilten. 

Als die israelische Armee 2010 gegen militante islamistische Extremisten auf der Mavi Marmara vorging und 11 Menschen dabei starben, fanden in ganz Europa antiisraelische Demonstrationen mit zehntausenden Teilnehmern statt. Wenn heute 140.000 Menschen im syrischen Krieg umgekommen sind, müssen demokratische syrische Oppositionelle in Europa froh sein, dass einige Dutzend Menschen ihre Kundgebungen gegen das Assad-Regime besuchen.

Mit andere Worten: Israel wird offensichtlich mit anderen Maßstäben bewertet als der Rest der Welt. Nicht als historische Analogie kann hier von einer Sonderbehandlung gesprochen werden. Der Grund für diese Ungleichheit ist der Antisemitismus, eine katastrophale, wahnhafte und rückschrittliche Ideologie, welche unendliches Leid über das europäische Judentum und in der Folge für die gesamte Bevölkerung Europas gebracht hat. Der irrationale Hass auf die Juden ist der Grund dafür, dass Israels Geschichte nicht nach sachlichen Kriterien beurteilt wird. Die einfache Tatsache, das Israels Geschichte als Produkt historischer Umstände, spezifischer Konfliktlinien und staatlichem Kalkül begriffen werden sollte, ist Antizionisten undenkbar.

Israel wird als "Apartheid-Regime" beschrieben, das eine "kriminelle Politik" betreibt, um hier nur die moderaten antiisraelischen Stimmen aus dem akademischen Milieu zu zitieren. In jeden Fall bleibt der Staat Israel dieser Denkweise unter Generalverdacht, sein Handeln kann offensichtlich allein als Produkt moralisch verwerflicher Motive interpretiert werden, unvermittelt und ohne große Anstrengung einer fundierten Argumentation wird mit entsprechenden Schlagwörtern, Tickets - Kolonialismus, Kriegsverbrechen, Apartheid, Israel-Lobby, ethnische Säuberungen, Genozid - um sich geworfen. Dass Juden heute einen eigenen Staat haben und nicht mehr Willkür und Wohlwollen der nichtjüdischen Mehrheit ausgesetzt sind, scheint weiterhin eine Abwehrreaktion auszulösen, welche sich in der Aufgabe der grundlegendsten Prinzipien einer fundierten und sachlichen Beurteilung von Geschichte kundtut.

Antizionismus und Antiamerikanismus, welche unauflöslich mit dem Islamischen Extremismus verbunden sind, haben einen großen Teil dazu beigetragen, ernsthafte diplomatische Lösungen im Nahen Osten und eine Entwicklung der Gesellschaft zu sabotieren. Sowohl der arabische Nationalismus wie auch der Islamische Extremismus sunnitischer und schiitischer Prägung haben jahrzehntelang Hass auf Juden/Israel, Verachtung des säkularen Westens, Größenwahn und Verschwörungstheorien gepredigt. Eine mit wertvollen Rohstoffen gesegnete Region, in der einst Bildung und Modernisierung geachtet wurden, in der Dutzende verschiedene Bevölkerungsgruppen ihren Teil zu Entwicklung und ökonomische Prosperität beitragen hätten können, versinkt heute in Chaos und blankem Terror. Während heute der Islamische Extremismus und arabische Despotien unnachgiebig zum Heiligen Krieg gegen den Westen, die Juden und deren angebliche Agenten mobilisieren, sind tatsächlich deren vorrangige Opfer Muslime und deren Gesellschaften im Nahen Osten.

Auch in Europa und dem Westen mobilisieren Antizionistische und extremistische Gruppen und Organisationen gegen Israel, Freiheit und Aufklärung. Sie verbreiten extremistische Propaganda und fördern Radikalisierung und Unwissenheit unter ihren Anhängern. Antizionistische Ideologen stoßen in Österreich und dem Westen selbst auf universitären Einrichtungen auf offene Türen und erhalten derart höhere Weihen und eine Plattform, um ihre Desinformation zu betreiben. Die Kritik dieser Bewegung und deren Ideologie ist ein notwendiger Beitrag zur "Bekämpfung des Antisemitismus" (Adorno).